Ist Meditation & Achtsamkeit für mich geeignet, wenn ich eine psychische Erkrankung habe?

Geändert am Wed, 24 Apr 2024 um 03:52 PM

Für viele psychische Erkrankungen und Disbalancen gibt es eine wissenschaftliche Evidenz, dass Achtsamkeit bzw. Meditation unterstützend wirken können. 

Darunter fallen zum Beispiel Ängste, Depression, Suchterkrankungen, aber auch zum Beispiel Migräne.

Achtsamkeit und Meditation wirken allgemein gut gegen Stress, wodurch auch Symptome gelindert werden können, die durch Stress verstärkt werden. 


Trotz der Chancen durch Achtsamkeit gibt es Dinge, die Betroffene von psychischen Erkrankungen beachten sollten: 

Bei Erkrankungen, die mit psychotischen Symptomen einhergehen können (z.B. Demenz, Schizophrenie, Manie, schwere Depression, Konsum von psychoaktiven Substanzen) und auch bei einer Traumafolgestörung empfehlen wir, mit einer Ärztin oder einem Therapeuten Rücksprache zu halten, ob Achtsamkeit und Meditation im individuellen Fall sinnvoll sind. 

Der Grund ist, dass bei einer psychotischen Veranlagung in schweren Fällen eine Psychose ausgelöst werden könnte, sowie bei Traumafolgestörungen, dass Dissoziation oder anderweitige Traumasymptome auftreten könnten. Andererseits können Achtsamkeit und Meditation Betroffenen von PTBS und auch Psychosen unter bestimmten Voraussetzungen auch eine positive Unterstützung sein: In diesem Fall ist es sinnvoll, nur kurze Einheiten mitzumachen (in etwa 10 Minuten), die von jemandem mit Worten und ohne längere stille Pausen angeleitet werden. Ob in diesem Rahmen teilgenommen werden kann, kannst du im Zweifel gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Therapeuten entscheiden.
Es ist für Betroffene ratsam, auf längere Sitzungen (über ca. 20 Minuten), vor allem auch auf intensive Meditationsretreats und auch auf stille Meditationen ohne Anleitungen zu verzichten.


Im Zweifel gilt auch bei allen anderen psychischen Erkrankungen: Falls du dir nicht sicher bist, ob Meditation und Achtsamkeit in deinem individuellen Fall geeignet sind, halte Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Therapeuten. 


Achtsamkeit bietet viele Chancen und hilft Betroffenen, birgt aber, vor allem bei einer sehr intensiven Praxis wie häufig in mehrtägigen Retreats, wie oben beschrieben auch Risiken. 

Die meisten Meditationen, die du in der Achtsamkeitsakademie findest, entsprechen den oben genannten Empfehlungen: Sie sind zwischen 5-15 Minuten lang und angeleitet.

In jedem Fall gilt außerdem: Die Kurse und Angebote der Achtsamkeitsakademie sind zwar zur primären Prävention für psychisches Wohlbefinden gedacht, und können in vielen Fällen auch eine sinnvolle Ergänzung neben einer Psychotherapie sein. Das Programm der Achtsamkeitsakademie ist aber bei psychischen Erkrankungen nicht als Ersatz für eine Psychotherapie geeignet.



Quellenverweise zu den oben getroffenen Aussagen:

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